Sonntag, 23. Juli 2017

In der heißen Phase

...war nicht nur der Garten sprichwörtlich in den letzten zwei Wochen. Es war so viel los - im Garten und im Job - dass auch keine Zeit zum kontinuierlichen Bloggen war. Nicht zuletzt hatte auch das Wetter eine heiße Phase und wenn man dann in einem relativ windgeschützen Garten vor einem hellen Steingebäude gärtnert, das auch noch wunderbar die Wärme reflektiert, dann ist man abends mehr als gar.

Den Garten werdet ihr aber nicht wiedererkennen. Von der verwilderten Kulturbrache zum Hortus deliciarum. Es hat Schweiß gekostet, Kraft und Tränen, aber jetzt ist es ein Garten, in dem sogar noch Herbstgemüse einziehen kann. Momentan sehr aufgeräumt, aber wilder wird's ja von alleine wieder ;-)

An meiner Gartenmauer setzte sich das Leben indes ein Denkmal, an dem man allzu schnell achtlos vorbeigeht:

Das Wegekreuz

Wer sich noch an den gezeichneten Plan erinnert, der weiß, dass um den buchsähnlichen Busch in der Mitte des Beetes ein Wegekreuz entstehen soll.
Das war das Planziel heute. Zur Befestigung der Beetränder haben wir abermals erst mal eine Ladung Feldsteine gesucht und vom Ackerrand zum Auto und von dort wieder aufs Gemüsebeet geschleppt.
Dann habe ich die Position und die Breite der Wege festgelegt und mit Seil markiert.

Als nächstes mussten die Wege etwas ausgegraben werden, damit Platz für den Holzschnitzelbelag entsteht. Was ich an Erde hier weggeschaufelt habe, landete im Hügelbeet, das bisher nur eine Lage Zweige und trockenes Laub als Grundfüllung hatte.

Wer dachte (wie ich), das Schaufeln und Erdeimer schleppen sei die schwerste Arbeit des Tages gewesen, der hat noch nicht über 150 Feldsteine zur Wegbefestigung in sengender Sonne verlegt. Denn es war ja nicht damit getan, sie einfach anneinander zu reihen... jeder Stein musste passend ausgesucht und ein bisschen eingegraben werden. Schwitz...


Zum Vergleich nochmal der Zustand vor drei Wochen...

Die Wege werden noch mit Holzschnitzeln belegt, damit sie trittfester werden (und besser aussehen).

Im Hügelbeet durften die ersten Pflanzen einziehen:

Freitag, 21. Juli 2017

Die Neuen aus Bamberg

Eine Woche ist es her, dass der Wildgarten zum Kulturgarten wurde und ich habe mich heute auf den Weg nach Bamberg gemacht, um in der dortigen Bio-Kräutergärtnerei ein paar Neuzugänge abzuholen.

Ein Grundsatz meines Gartens ist, die Materialien aus der Region zu beziehen. Am Besten gleich hier aus dem Dorf, oder aus dem Nachbardorf, wo ich die Feldsteine für das Hügelbeet holen konnte oder eben aus der Region, wie in Bamberg, wo es eine hervorragende Gärtnerei für Küchenkräuter und Arzneipflanzen gibt. Ein Repertoire medizinisch verwendbarer Gewächse soll nämlich die Zierrabatte auffüllen und nahm heute seine Plätze ein, z.B die Wilde Malve
Auch Baldrian, Johanniskraut, wilde Rauke, Frauenmantel, Kaskadenthymian, Ysop, Duftveilchen und schmalblättriiger Sonnenhut sind nun im Garten, wobei letzterer nicht in mein Konzept traditioneller Bauerngartenpflanzen passt, weil er erst im 19. Jh. als Neophyt eingeschleppt wurde. Nun ja, ein paar Exoten muss ich sowieso tolerieren, der Rhododendron ist ja auch kein europäisches Gewächs, deshalb würde ich ihn aber jetzt nicht aus dem Garten verbannen...



Ein herrliches "Unkraut" an völlig unpassender Stelle, welches ich aber bisher gegen alle Ordnungswüteriche verteidigen konnte, belohnt uns demnächst mit knallrosa Blüten:


Da bewährt sich meine Philosophie "erst mal stehen lassen und schauen, was daraus wird"

Donnerstag, 20. Juli 2017

Hauruck

Ein anderer Titel fällt mir zu diesem Post nicht ein.
Für drei Tage kamen die Gartenhelfer, um dem Werden des zukünftigen Gemüsegartens auf die Sprünge zu helfen. Und in der Tat haben sie kaum einen Halm stehen lassen. Aber fangen wir vorne an: Der Plan war, die Laube herzurichten, den Bewuchs des Gemüsebeetes abzumähen, die großen Rosenbüsche zu evakuieren und das Baumaterial für das Hügelbeet zusammen zu tragen - also eine größere Menge Feldsteine zu transportieren. Kurzum: all das, was ich alleine nicht bewältigen kann. Dieser Plan wurde erfüllt, alles prima. Dazu muss ich sagen, dass ich selbst leider nur sporadisch im Garten mithelfen konnte mangels freier Zeit und so schoss die Gartenaktion in Eigendynamik etwas über das Ziel hinaus:
Aus dem bepflanzten Stauden- und Zierbeet wurde auch gleich die gesamte Mulch- und Rotteschicht runtergekratzt (sieht ja sonst so unordentlich aus...) und das potentielle Mulch- und Kompostmaterial wurde entsorgt. Zurück blieb jede Menge nackte Erde zwischen einsam sitzenden Pflanzen und meine Trauer um das kleine funktionierende Ökosystem aus Zierpflanze, Wildkraut, Moosen und Bodenbewohnern in meinem Garten.
Aber bleiben wir beim positiven Blick auf die Dinge: das Gemüsebeet ist komplett bewuchsfrei, gelockert und vorbereitet (sogar umgegraben). Nur noch Wege anlegen und es kann losgehen. Auf diese Weise kann ich eine Herbst/Winterkultur versuchen: Herbstrettich, Herbstrübe, Feldsalat und Spinat. Das hätte ich im April noch nicht für möglich gehalten.


Vielleicht geht es nicht anders als im Hauruckverfahren. Vielleicht bin ich zu sanftmütig als Gärtnerin und tat mich deshalb so schwer, diese Radikalkur für meinen Garten hinzunehmen. Für den Augenblick stand ich jedenfalls etwas ratlos vor meinem rasierten Acker, der zum Schluss noch mit einem Unkrautvlies bekleidet wurde.
Die meisten Menschen sehnen sich nach Ordnung und Überblick, deshalb lieben sie getrimmte, geputzte Gärten in Reih und Glied, der Triumph über die Natur - auch die Passanten waren begeistert. Ich sehne mich nach perfekter Harmonie und Ausgewogenheit, nach optimalem Zusammenspiel von Kultur und Natur.

Inzwischen haben sich die Nerven etwas beruhigt. Hier und da sprießt der Gundermann und ein bisschen Klee und bedecken den Boden. Die umgesiedelten Pflanzen erholen sich vom Stress und haben es wahrscheinlich alle geschafft. Ich konnte mir indes überlegen, welche Pflanzen die leeren Plätze in der Zierrabatte einnehmen können...

Was sonst noch passiert ist während der Gartenaktion:
Das Hügelbeet wurde aufgeschichtet. Aus großen und kleinen Feldsteinen aus der Gegend habe ich ein 30cm hohes Beet zusammengepuzzelt, das farblich perfekt zum Haustein der umstehenden Häuser und des Schlosses passt. Das war mir wichtig. Aufgefüllt haben wir es erstmal mit Laub und Gehölzschnitt.

Die Monsterrose habe ich nach dem Verblühen beherzt zurückgeschnitten, so dass sie jetzt wieder als zwei Meter hoher Strauch alleine stehen kann und der völlig ruinierte Rosenbogen weg konnte.

Der etwas kümmerliche Rhododendron wurde aus seinem eingerabenen Topf befreit und in ein mit saurer Erde aufgefülltes Pflanzloch gesetzt. Wollen wir hoffen, dass es ihm gefällt :-)

Samstag, 1. Juli 2017

Stechimmen-Shooting

War heute mal wieder auf Stippvisite im Garten. Es ziehen immer wieder Schauer durch, da hab ich beschlossen, nur nach dem Rechten zu sehen. Ich hab den Augen nicht getraut: da regnet es drei Tage und schon ist wieder ein Dschungel gewachsen.
Das einzige Sonnenrad an diesem bedeckten Tag war die inzwischen aufgeblühte Riesensonnenblume:



Ansonsten steht der Rhododendron in den Startlöchern zum Aufblühen. Trotzdem sind schon allerlei Nektarliebhaber eifrig am Werk und waren heute die Stars vor meiner Linse:

Pummelig, pelzig, emsig: Dunkle Erdhummel

Wespe


...und zuguterletzt: Honigbiene
Aber mein Favorit unter den Nektar- und Pollensammlern bleiben die Hummeln - immer wieder wunderbar
Leider war heftiger Wind, der die Blüten geschüttelt hat und den Kamerafokus durcheinander
 brachte. Aber ich bin ihnen dennoch recht nah *auf den Pelz* gerückt.

Neulich habe ich mich noch gefragt, bei wem ich Steinpflanzen schnorren könnte, da kommt heute das zum Vorschein:
Es ist offenbar alles da, man muss es nur finden.

Dienstag, 27. Juni 2017

Warum Gärtnern eigentlich Suchen ist

Ich frage mich manchmal, warum ich eigentlich so ein ausgeprägter Garten-Gucker bin und so oft einfach nur auf dem Balkon oder im Garten stehe und schaue. Die vorbeilaufenden Dorfbewohner und Touristen (und davon gibt es einige...) halten mich wahrscheinlich für vor Schreck erstarrt oder geistesgestört oder im Stehen eingeschlafen oder so ähnlich.

Aber was tue ich da eigentlich? Ich denke nach, man könnte auch sagen, ich mache einen mentalen Rundflug und suche - nach Ideen, nach Lösungen, nach Antworten auf meine vielen tausend Fragen an den Garten und das darin wuchernde Leben.


"Stop - Look - Listen" ist so ein Spruch, den man im schottischen Hochland an jedem Bahnübergang lesen kann und der auch in Anbetracht der gewaltigen Naturschönheit in Schottland sehr empfehlenswert ist. Genauso ist es doch auch in unseren Gärten: wer schaut, entdeckt, wer beobachtet, der lernt.
Natürlich könnte ich (und habe ich) viele Bücher (ge)lesen über das Gärtnern, wie es sich für einen Berufsgrübler gehört. Aber das ist ein bisschen wie Männer, die Frauenzeitschriften lesen in der Hoffnung, Frauen dann besser zu verstehen: letztlich ist die Wahrheit im Beet ja doch eine ganz andere und deshalb ist man auf das Erleben und Erfahren angewiesen.

Ich habe ja nicht meine 30qm durchgepflügte Erde, um ihr mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln Gemüse und Obst abzuringen - das wäre zu einfach und außerdem eine einseitige Angelegenheit. Ich sehe die Beziehung zu meinem Garten eher kollegial: ich möchte etwas von ihm und er dafür etwas von mir. Klassischer Fall von Symbiose. Ich unterstütze ihn bei dem, was er von Natur aus sowieso macht: Wachsen und Gedeihen, aber ich mache es auf eine Weise, dass eine Win-win-Situation entsteht: er befindet sich im ökologischen Gleichgewicht und im Gegenzug darf ich die Früchte mit nach Hause nehmen :-)
Was er braucht und was ich für ihn tun kann, das teilt er mir kontinuierlich mit, vorausgesetzt, ich höre und sehe ihm zu.

Und das ist es wohl, was ich tue, wenn ich in meine Gartenstarre verfalle: ich stelle Fragen und suche die Antworten, indem ich zuhöre und zusehe, was im Garten los ist und wie er auf mich und mein Handeln reagiert. Ich tue etwas, der Garten tut etwas, und so kommunizieren wir. Ich möchte behaupten, das ist sogar der größte Reiz für mich am Gärtnern: die natürlichen Gegegebenheit und Vorgänge so arrangieren, dass Garten und Gärtnerin gleichermaßen maximal davon profitieren.

Ich sag's allzu oft: wir arbeiten nicht *im* Garten, sondern *mit* dem Garten.
Stimmt's?


Donnerstag, 22. Juni 2017

Hola, Paprika!

Und eines Tages hängen sie da, die Schoten. Die Paprika-Pflanzen haben so viele Blüten angesetzt, dass ich ein paar entfernen musste, sie hätten sich gegenseitig behindert und die Pflanze hätte sich totgeblüht.

Wie es aussieht, eine Chili-Paprika??? Ich wusste ja nicht, was ich da eingepflanzt habe, aber es sieht scharf aus. Da freut sich mein chilly-freakiger Papa, wenn er mich im Juli besucht... olé!



Dienstag, 20. Juni 2017

Wie geht's weiter im Garten?

...das frage ich mich eigentlich nach jedem Garten-Akt.
Gerodet hab ich soweit nötig, der Grünschnitt liegt zum Trocknen und Rotten aus. Der nächste Schritt wäre die Bodenbearbeitung im Gemüsebeet. 
Davor müsste ich jedoch die Tulpenzwiebeln finden und ausgraben. Deshalb hab ich mir anhand meiner Frühlings-Fotos auf meinem Plan die "Lage" der Tulpen markiert, damit ich nicht ewig in der Erde rumstochern muss. Sind die Zwiebeln evakuiert, müssen noch mindestens zwei Rosenstöcke und eine Hortensie umgesiedelt werden.
Dann würde es radikal werden: abmähen, was noch steht. Grünschnitt stapeln und die Erde auflockern, zum Teil werde ich sie aufhacken müssen. Ich habe mal ein paar Probe-Gabelstiche gemacht: mancherorts ist die Erde ganz okay und man kommt gut durch, andernorts ist sie knüppelhart. Das Beet ist auch etwas uneben, der Trampelpfad liegt tiefer als der Rest.
Mein Traum wäre, die ganze Fläche in schön krümelige Erde zu verwandeln, Beete abstecken, den Grünschnitt drauf packen, Sackleinen drüber und warten bis zum Frühjahr :-)
Die Bodenqualität macht einen guten Eindruck: was beim Probegraben zum Vorschein kam, ist schwarzbraun und lehmig-krümelig.



Und dann gibt's ja noch die Laube. Vom Efeu schon teilweise befreit, zeigen sich verschiedene Beschädigungen, die auszubessern wären. Das Dach ist stark verwittert, die Dachpappe wellt sich. Auch die Sitzbänke machen keinen wirklich vertrauenerweckenden Eindruck... Das meiste Kopfzerbrechen macht mir aber der Anstrich. Teilweise abgeblättert, blasig, krümelnd. Einfach Farbe drüberpinseln ist keine gute Idee. Man müsste sie fachgerecht restaurieren, die Farbe abnehmen, schleifen und neu lasieren. Aber das ist bei soviel Verschnörkelung eine unzumutbare Arbeit (und Kosten). Ich neige daher eher zu einer Bestandssicherung: lose Farbe erst mal nur runterschaben, eventuell die Sitzbretter erneuern und alles von Staub und Schmutz befreien. So eine historische Laube zu sanieren, ist ein kostspieliges Projekt, dass ich nicht in einem Garten realisiere, der nicht mein Eigentum ist. Andererseits werde ich nicht durch unfachgerechtes Basteln eine gescheite Restaurierung noch mehr erschweren. Umgekehrt: wenn der Garten erst mal einen paradiesischen Zustand erlangt hat und nur die Laube noch etwas bedauerlich aussieht, kann man ja mal mit dem Eigentümer reden, ob er nicht in das Laubenschätzchen investieren möchte.



Samstag, 17. Juni 2017

Another day in paradise

Irgendwie genieße ich ja auch die Wildheit des Gartens; er hat etwas verwunschenes und man entdeckt immer wieder lauschige Plätzchen und Ecken mit kleinen Gartenwundern. Für einen abgezirkelten und cleanen Garten taugt dieses Kleinod darum gar nicht.

Trotzdem haben wir (ja, heute half der Mitbewohner...) mal eine Ecke des Gartens in Ordnung gebracht: von der mokeligen Unrat-Ecke zum aufgeräumten Kompost-Platz:

 Aus der Ecke musste ein bisschen Müll und vor allem der grauslige moderige Kunstrasen raus. Darunter kam makellose, aber mausetote Erde hervor. Um dem Kompost ein bisschen schneller Leben einzuhauchen, haben wir daher eine Kuhle ausgehoben und mit lebendiger Erde aus der Wildnis des Gartens aufgefüllt, Komposter drauf, Kies drumherum, fertig ist der schicke Kompost-Platz. Und ein, zwei Stunden Sonne am Tag hat er auch. Wühlmäuse werden von unten sicher nicht in den Kompostgraben, denn in dieser Ecke gibt es nur etwa 15cm Erde, darunter eine Schicht Sand und dann direkt dicke Steinbrocken. Hat mich auch gewundert; ich frage mich sowieso, woraus das Fundament meines Garten eigentlich besteht?
Mein Mitbewohner hat dann - ganz der Mann - unbedingt noch ein paar Trittplatten verlegt, die im Laufe der Wochen aus den Beeten geborgen wurden.
Mit einem Gemisch aus Grün und Braun habe ich den Komposter dann auch gleich befüllt. Dann wollen wir mal sehen... :-)





Beim weiteren Auf- und Ausräumen der Laube kam dann eine alte Axt zum Vorschein. Sie hat ja was gruseliges, wie sie so da liegt...

Ansonsten habe ich weiter gerodet, halbiert und ausgedünnt. Eigentlich ist es ja egal, wo man sich bückt und zupft. Unkraut gibt es auf jedem Quadratzentimeter. Und Blumenzwiebeln... Der Mitbewohner wollte dann unbedingt noch den Weg von Unkraut befreien - und hat dabei auch die in den Fugen wuchernden Kornblumen umgemetzelt :-( manchmal verfluche ich seinen Ordnungssinn, man hätte die doch nach der Blüte ausrupfen können.

Und zum Schluss, wie immer, hab ich mich nochmal der Schönheit der Wildnis hingegeben:
An den panaschierten Rosen kann ich mich gar nicht satt sehen.

Es ist wirklich ein seltsamer Glücksfall, dass ich ein Gärtchen in dieser Lage, direkt mit Blick auf die mächtige Schlossanlage ergattern konnte :-)


Sonntag, 11. Juni 2017

From Wildnis to Gemüsegarten

Sagt mal, Mädels (und Jungs), was würdet ihr nun machen?:
die Außenrabatte ist nun fast soweit ausgedünnt, dass ich als nächstes die wenigen umzusiedelnden Gewächse ausgraben und aus dem zukünftigen Gemüsebeet ins Zierbeet umsetzen kann. Dann noch die gefühlt 1000 Tulpenzwiebeln ausbuddeln.
Aber was dann? Übrig bleibt immer noch ein wildes Gewucher im Gemüsebeet:
Spontan würde ich ja sagen: abmähen und umgraben.
In der Außenrabatte war die Erde eigentlich sehr ansprechend locker und ich hab gar nix umgegraben, nur rausgezupft. Im Gemüsebeet schätze ich aber, wird das nicht so leicht, zumal hier wirklich alles verfilzt ist und auch noch ein Trampelpfad erkennbar ist, der wahrscheinlich knochenhart verdichtet ist.
Also doch eher umgraben? Dabei finde ich dann vielleicht auch noch die restlichen, übersehenen 20000 Blumenzwiebeln. Danach würde ich alle störenden Wurzelreste etc. entfernen und versuchen, die Fläche einzuebnen und schließlich Beete abzustecken.
Ich möchte mit dem Grünschnitt eine Flächenkompostierung machen und dann im Spätherbst Sackleinen o. ä. auf die Beete legen. Dann schauen wir mal, wie es im Frühjahr aussieht. Je nachdem, packe ich dann nochmal Kompost drauf.
Und dann ist es hoffentlich ein bepflanzbarer Gemüsegarten...

Wie groß schätzt ihr eigentlich die Chance, dass man auf der Parzelle unter dem Fliederbaum (im Bild hinten) irgendwas Gemüsiges anbauen kann? Sonne kommt da im Laufe des Tages schon hin, ich mache mir eher Sorgen wegen des Wurzelwerks.

 Ich kümmere mich jetzt mal um den Balkon-Garten...

Samstag, 10. Juni 2017

Attacke!

Heute war es soweit: mein erster freier Samstag, der im Garten verbracht werden konnte, im GROSSEN Garten.
Ich muss sagen, ich komme schneller voran als erwartet. Es war aber auch der perfekte Tag: nicht zu heiß, gestern hatte es geregnet, der Boden war weich und die Pflanzen ließen sich einfach aus der Erde ziehen.
Es ist so: in diesem Garten gibt es einfach von allem zu viel und alles wächst durcheinander.
Also galt heute die erste Attacke dem Außenbeet, wo ich beherzt gerodet habe. Entsprechend meinem Pflanzplan haben sich die meisten Stauden halbiert oder geviertelt, das Ziergras musste schließlich ganz dran glauben. Unter dem Gewucher kamen dann ganz andere Schätze zum Vorschein: Pfingstrosen zum Beispiel, die so zugewachsen waren, dass sie fast erstickt wären und gar keine Blüten angesetzt hatten.
Mangels Komposter (steht noch nicht) habe ich den ganzen Grünschnitt nun flächig verteilt, damit er antrocknet und wir sowas wie Flächenkompostierung versuchen können. Allerdings sieht es dafür jetzt im Garten aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen...

Stellenweise sieht es aber auch schon viel luftiger und übersichtlicher aus:


Zum Schluss noch ein paar blumige Eindrücke meiner Gartenentdeckungen:





Montag, 5. Juni 2017

Beihilfe zum Mord

Ich muss ehrlich zugeben, ich fühle mich ein bisschen schlecht. Wenn man sich Marie-Luise Kreuters Biogarten-Buch mal durchgelesen hat, fühlt man sich sowieso wie ein fieser Möpp, sobald man auch nur einer Blattlaus ihre Nahrungsquelle wegnimmt, aber was soll ich denn machen... die Pflanze hat auch Rechte.
Seit ein paar Tagen beobachte ich eine zunehmende Läusepopulation und ich übte mich in Geduld - sie würden schon kommen, die Jungs von der Schädlingsbekämpfung. Und tatsächlich, heute habe ich ein paar gefräßige Larven gesehen, am Dill, wo es besonders schlimm ist. Leider nicht an der jungen Paprika, wo sich ein Haufen grüner Krabbler zum Sauggelage versammelt hatte. Also hab ich mir einen der Blattlauslöwen geschnappt und auf die Paprika versetzt. Man hatte fast den Eindruck, die Larve stünde vor einem All you can eat-Buffet: sogleich hatte sie sich eine Laus geschnappt und zur Strecke gebracht, unterdessen brach unter der Läusetruppe eine Massenpanik aus, sie stoben auseinander, manche ließen sich gar auf die Erde fallen. Es war ehrlich gesagt ein Schauspiel des Grauens...


Ein Biogarten ist keineswegs ein Hort des Friedens und der Einigkeit. Wenn man genau hinschaut, sieht man, was Naturgesetze wirklich heißen. Soll noch einer sagen, Gemüsegärtnern sei was für Esotheriker und Weicheier.

Zu meiner Ehrenrettung: ich heiße auch eine ganze Menge Tiere in meinem Garten willkommen. Heute amüsierte sich eine kleine Ackerhummel (mit imposantem Pelzmantel...) eine ganze Weile an den diversen Blüten, die inzwischen aufgegangen sind und ließ sich bereitwillig ganz nah fotographieren. Brummmmm :-)



Und es gibt Neues bei den Gartenwundern.


Montag, 29. Mai 2017

Gerd

Das ist Gerd.
Den wollte ich schon länger mal hier vorstellen. Gerd behält im Gärtchen den Überblick (ach!) und sitzt dabei meistens im Oregano. Inzwischen ist er dort fast überwuchert und muss demnächst den Standort wechseln, sonst sieht er nix mehr...
;-)

Gartenstatus

Die letzten Tage waren von zweierlei geprägt: der Garten explodiert, Buddel siecht. Die Sommergrippe grassiert und als müsste man jeden Mist mitmachen, bin ich auch dabei :-( Das fesselte mich also das ganze Wochenende und bis auf Weiteres ans Haus. Wenn ich aber nicht gerade schniefend, schneuzend, hustend oder fluchend meine Zeit in der Horizontalen verbrachte, hatte ich plötzlich unerhört viel Zeit, über den Garten nachzudenken. Fazit: der große Garten ist inzwischen fast perfekt durchgeplant. Mir ist zwar klar, dass ich mir bis nächstes Jahr wahrscheinlich die Hälfte nochmal anders überlege und davon wiederum ein Drittel sich als nicht umsetzbar erweisen wird, aber der Mensch braucht einen Plan, denn der beruhigt die Nerven.

Der Sonnenschein und die Hitze hingegen erfreut natürlich die Gewächse im Balkongärtchen, denen man jetzt gerade beim Wachsen zusehen kann. Da ich des öfteren in den frühen Morgenstunden schlaflos war und dann in der herrlichen Ruhe zum Sonnenaufgang im Garten saß, entstanden solche Bilder:
 Was es sonst noch gibt:
Der Garten wirft immer mehr Ernte ab und bereichert den täglichen Speiseplan. Ich gehe in der Tat seltener einkaufen, denn das viele frische Grün wächst ja jetzt vor der Balkontür.


Im GROSSEN Garten waren die Heinzelmännchen (vielen Dank!) am Werk und haben die Laube freigeräumt und freigeschnitten. Man erkennt, was es mal werden könnte. Ich sehe schon meine lieben Freunde und Kollegen zur Feierabend-Schorle in der Laube sitzen...

Und dann entstanden noch ein paar wunderschöne Perspektiven für die Gartenwunder, stellvertretend und als Appetizer mal dieses: