Montag, 29. Mai 2017

Gerd

Das ist Gerd.
Den wollte ich schon länger mal hier vorstellen. Gerd behält im Gärtchen den Überblick (ach!) und sitzt dabei meistens im Oregano. Inzwischen ist er dort fast überwuchert und muss demnächst den Standort wechseln, sonst sieht er nix mehr...
;-)

Gartenstatus

Die letzten Tage waren von zweierlei geprägt: der Garten explodiert, Buddel siecht. Die Sommergrippe grassiert und als müsste man jeden Mist mitmachen, bin ich auch dabei :-( Das fesselte mich also das ganze Wochenende und bis auf Weiteres ans Haus. Wenn ich aber nicht gerade schniefend, schneuzend, hustend oder fluchend meine Zeit in der Horizontalen verbrachte, hatte ich plötzlich unerhört viel Zeit, über den Garten nachzudenken. Fazit: der große Garten ist inzwischen fast perfekt durchgeplant. Mir ist zwar klar, dass ich mir bis nächstes Jahr wahrscheinlich die Hälfte nochmal anders überlege und davon wiederum ein Drittel sich als nicht umsetzbar erweisen wird, aber der Mensch braucht einen Plan, denn der beruhigt die Nerven.

Der Sonnenschein und die Hitze hingegen erfreut natürlich die Gewächse im Balkongärtchen, denen man jetzt gerade beim Wachsen zusehen kann. Da ich des öfteren in den frühen Morgenstunden schlaflos war und dann in der herrlichen Ruhe zum Sonnenaufgang im Garten saß, entstanden solche Bilder:
 Was es sonst noch gibt:
Der Garten wirft immer mehr Ernte ab und bereichert den täglichen Speiseplan. Ich gehe in der Tat seltener einkaufen, denn das viele frische Grün wächst ja jetzt vor der Balkontür.


Im GROSSEN Garten waren die Heinzelmännchen (vielen Dank!) am Werk und haben die Laube freigeräumt und freigeschnitten. Man erkennt, was es mal werden könnte. Ich sehe schon meine lieben Freunde und Kollegen zur Feierabend-Schorle in der Laube sitzen...

Und dann entstanden noch ein paar wunderschöne Perspektiven für die Gartenwunder, stellvertretend und als Appetizer mal dieses:

Montag, 22. Mai 2017

Radieschen-Glück

Die Radieschen sind erntebereit!
Gestern Abend hat mich das sogar vor dem Verhungern gerettet: nix im Kühlschrank, aber im Beet! Und wer hungrig ist, der möchte essen, möglichst alles. Daher hab ich mal wieder mit Radieschen-Grün rumexperimentiert und das Ergebnis war ganz passabel.


Sonntag, 14. Mai 2017

Der PLAN

Planungsstatus in der Wildnis:
Maßstabsgetreu entstand mit spitzem Bleistift und Geodreieck nun der Übersichtsplan für den Garten. Schwarze Linien zeigen die Grundanlage und all jene Gewächse und Elemente (wie die Baumstümpfe rechts), die an ihrem Platz bleiben werden, weil sie gerade gut stehen oder der Aufwand zu groß wäre.


Wie unschwer zu erkennen ist, läuft der Plan Richtung wohlgeordnetem Bauerngarten mit Zier-Nutz-Mischkultur. Genauer gesagt habe ich mich von historischen Küchengärten inspirieren lassen, denn ich bin ein großer Fan von historischen Pflanzen, Gärten und Kulturtechniken.
Daher also die an die natürliche Anlage angepasste geometrische Aufteilung.
Interessanterweise helfen mir dabei viele schon vorhandene Elemente.

Rechts, wo auch die blöden Baumstümpfe im Boden sitzen, werde ich eine Freifläche lassen und ein befestigtes Hügelbeet planen, für ausdauernde Kräuter.
Am Ende werde ich ca. 25-30qm Gemüsebeet haben, auf denen ich vorwiegend alte Sorten und aus der Mode gekommenes Gemüse kultivieren möchte.

Kennenlern-Spiel

Den freien Samstag habe ich genutzt und mal zwei Stündchen in meinem neuen Buddelreich verbracht. Man muss sich ja mal langsam kennenlernen...
In der Gartentasche waren Papier und Bleistift, ein Zollstock, die Kamera, die Gartenhandschuhe und - für alle Fälle - die Gartenschere.

Ich bin ein Theoretiker, deshalb knobel ich erstmal eine Weile an meinen Plänen und schmeiße mich nicht gleich rein ins Praktische. Daher habe ich jetzt mal die Beete ausgemessen, damit ich einen Plan zeichnen kann und die Bepflanzung der Zierrabatte genau dokumentiert. Überblick ist der Anfang von Durchblick :-) !
Hier sollen mal vier Gemüsebeete hin:


Dann doch etwas Praxis: Alle Steine, Holzteile und was sonst noch an Unrat in den Beeten versteckt war, habe ich eingesammelt. Zuguterletzt habe ich den Weg von wucherndem Lavendel frei geschnitten und einen Fliederstrauß mitgehen lassen :-)
Und ich habe das gemacht, was ich schon in meinem Balkon-Gärtchen am allermeisten tue: Rumstehen und schauen.
Stundenlang kann ich das. Einfach dastehen, den Garten anschauen und überlegen, wie schön alles ist, was man alles machen könnte, was als nächstes oder alternativ oder doch ganz anders und - ach - das ist mir noch gar nicht aufgefallen, muss ich mir genauer ansehen...

*Garten-Philosophieren* nenne ich das, und es ist vielleicht das Wichtigste am Gärtnern für mich, weil es auch der absolute Genuss- und Entspannungsmoment ist. Nebenbei: Rumstehen und Nichtstun sind eigentlich absolut unytpisch für mich als notorischen Zappelheini, aber der Garten entschleunigt mich irgendwie...

Auf diese Weise fallen mir nicht nur jede Menge Ideen ein, sondern ich entdecke im Schneckentempo jeden Quadratzentimeter meines Gartenfleckens.






Monster-Beere

Was ich euch an der Laube als alter Hopfen verkauft habe, ist gar kein Hopfen O_o

Es ist ein Johannisbeer...BAUM. Total abgefahren. Das ist ein 2,5m Teil mit dickem Stamm und oben baumeln Johannisbeerreben.
Immerhin ist jetzt die Frage geklärt, ob ich in meinem Garten noch Beerenobst anbaue.



Was ich sonst noch gefunden habe: Winterlinge, die Hortensie lebt noch, Goldrute (?) ohne Ende, Akelei, wie hübsch... und der Rhododendron steht in einem Gefäß, ha, dann kann man ihn umsiedeln!

Sonntag, 7. Mai 2017

Und im Gärtchen stirbt die Hoffnung zuletzt...

... die Hoffnung auf Sommer. Ich gebe zu, ich bin seit einigen Wochen übellaunig, weil das Frühjahr nicht in Gang kommen will und mein Garten mir das langsam übelnimmt. Alle Kulturen sind im Verzug. Und jetzt mussten die Paprika und die Tomate in ihre Töpfe... also schleppe ich sie morgens raus und abends wieder ins Wohnzimmer. Noch ein Grund zum Ärgern: irgendein kleiner gefiederter Gartenterrorist verwüstet meine Beete. Ich habe jetzt schon wiederholt niedergemetzelte Pflanzen gefunden, erst die Möhren, dann der Salbei und heute Morgen war mein schön buschig gewachsener Kerbel nur noch der Rest eines Massakers. Nicht mal gefressen, nur abgerissen :-(

Gartenstatus: das Sommergemüse ist eingezogen (haha)


Heute war nun aber der große Tag, an dem das Bohnennetz installiert wurde. Dummerweise hat mein Mitbewohner mich anschließend darauf hingewiesen, dass sich womöglich Vögelchen darin verfangen könnten. Naja, die Maschen sind seeehr groß, aber ich will natürlich kein Risiko eingehen, weshalb ich undekorativ ein paar Wäscheklammern reingehängt habe. Blödsinnig: da tüftle ich monatelang an einer möglichst unsichtbaren Rankhilfe für den Balkon und mache sie jetzt durch diversen Behang für die Vögel wieder sichtbar. Vom Küchenfenster aus habe ich schon die stirnrunzelnden Nachbarn vorbei gehen gesehen...

Sieht man doch kaum!

Problemlösung à la Sarroise

Saarländer gibt es aufgrund der Kleinheit dieses Landfleckens ja nicht so sehr viele.
Und daher kann ich auch nicht erwarten, dass die Eigen- und Besonderheiten dieser meiner Landsleute weitläufig bekannt sind.
Deshalb vorweg der Hinweis: eine besondere Gabe des Saarländers ist das Handwerken und Basteln. Beide Tätigkeiten werden im Saarländischen unter dem Begriff "knoddeln" zusammengefasst und liegen in der Praxis auch häufig nahe beieinander.
Lange Rede, kurzer Sinn: ein lange ungelöstes Problem in meinem Garten war die Befestigung eines großen Ranknetzes zu beiden Seiten meines Balkons. An drei Punkten konnte ich das Netz befestigen, an der Hauswand jedoch nicht, sofern ich nicht in den Putz bohre und das wollte ich natürlich nicht. Nach mehreren Baumarktbesuchen, Ausmessen, recherchieren im (Inter-)Netz, hin- und herüberlegen griff ich dann doch zum Telefon und wählte die Heimat. Am anderen Ende stand dann mein Papa bereit, der Exilantin im fernen Franken zur Hilfe zu eilen. Ich erläuterte das Problem, unterstützt von Fotos zur Lage auf dem Balkon.

Papa hatte sich nach dem Anruf in seinen Keller zurückgezogen und einen Nachmittag lang geknoddelt. Am nächsten Tag war eine passende Halterung für eine Metallstange auf dem Postweg.
Gut geknoddelt ist halb gewonnen :-)

Und so sieht die Lösung aus:

Mehr als ein Garten

Gestern war ich im Baumarkt. Es war ein bisschen so, wie andere Leute zu IKEA fahren: um genüsslich durch den Laden zu spazieren und mit sich selber auszudiskutieren, was man braucht oder doch nicht. Die Beute waren am Ende
ein Spaten
eine Grabegabel
ein Unkrautstecher
ein kleiner Thermokomposter
Allerdings ist an ernsthaftes Gartenbuddeln noch länger nicht zu denken. Erstens habe ich noch keinen Plan, zweitens noch gar keine Zeit.
Als nächstes werde ich mal eine Bestandsaufnahme im Garten machen, die Pflanzen fotographieren, um die wild vermehrten Gewächse zu identifizieren und die Überzähligen schließlich an andere Gärten abzugeben (braucht jemand Staudengewächse? Herkommen, ausgraben, mitnehmen :-)

Es ist so: bei meinem Kleinod handelt es sich nicht einfach um einen Garten. Ich habe eine Postkarte gefunden mit einer Ortsansicht von 1905. Da gab es schon den Garten mitsamt seiner Laube! ich habe es also mit einem echten Stück Geschichte zu tun. Auch die Kulisse ist speziell: vor einem Altbau, auf einem gemauerten Sockel erhöht gelegen und direkt gegenüber einer mächtigen Schlossanlage, an der Ecke zwischen Markt- und Kirchplatz. Es ist das prominenteste Gärtchen des Dorfes.
Das alles muss und möchte ich berücksichtigen bei der Gartengestaltung. Ich möchte die Historizität des Gartens bewahren, also kein modernes Chichi, eher eine traditionelle Optik, dennoch ein lebendiger und funktionaler Garten. Der Thermokomposter soll nach Möglichkeit das einzige Plastik im Garten bleiben :-) Stattdessen Holz, Eisen und Stein, wenn möglich der hier ortsübliche gelbe Kalksandstein, aus dem auch die Gebäude im Dorf gebaut sind.
Ganz verliebt bin ich in diese Laube. Dem Dekor nach aus der Gründerzeit, also etwa 120 Jahre alt. Noch erkennt man nicht viel davon, man müsste sie erstmal ein wenig vom Efeu befreien. Aber bevor ich da gar mit Farbe und Pinsel rangehe, muss ich mich erstmal beim Fachmann erkundigen, denn genau genommen ist das ein Fall für den Restaurator.


Viele Leute haben sich hier im Dorf enorme Mühe gegeben mit der Restaurierung ihres Altbaus und auch das Schloss wird Stück für Stück wieder flott gemacht. Der Garten könnte in diesem Ensemble ein echtes Schmuckstück werden.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Meins

Pomona stehe mir bei! Was für ein Himmelfahrtskommando... Buddel hat jetzt nicht mehr nur ein Gärtchen, sondern einen Garten. Und zunächst einmal eine gigantische Aufgabe, aus dieser Wildnis ein Stück kultiviertes Land zu machen.  Ich habe keine Ahnung wie und vor allem nicht WANN ich das in meinem 48h-Tag unterbringen soll. Kopflos, planlos, ahnungslos mache ich mich also ans Werk, sobald ich mal wieder einen Tag frei haben sollte. Heute ist der 4. Mai, geben wir uns 12 Monate, um den Garten zu verwandeln. Das Projekt "Buddel's großer Garten" startet.
Ihr lieben Buddler, ich werde Hilfe brauchen. Ratschläge, Zuspruch und Ideen.
Mein nächster Weg führt mich einmal mehr in den Baumarkt, ich besitze ja nicht einmal einen Spaten...




Und was wird aus dem Gärtchen? Den stolzen 3qm?
Das bleibt natürlich. Für's Erste bleibt sowieso alles wie es ist. Und nächstes Jahr schauen wir mal, ob das Gärtchen vielleicht zum Spezialisten für Blattgemüse und Küchenkräuter wird, während die harten Gemüsefakten im großen Beet zu finden sind...

Montag, 1. Mai 2017

Ein Garten für Buddel?

Liebe Garten- und Buddelfreunde,
ich brauche einen gutgemeinten und ehrlichen Rat: Böte man euch diesen Garten kostenfrei zur Bewirtschaftung an, annehmen oder ablehnen?
Es ist doch ein echtes Stück Arbeit, bis daraus ein anständiger Zier-Nutz-Garten wird. Ich hätte weitgehend freie Hand bei der Gestaltung. Was schätzt ihr, wie viele Wochenenden investiert werden müssen, bis der Garten instand gesetzt ist?